Sehnsucht stillen - Angst überwinden

Bildungsraum Wildnis

Der Garten ist die Drehscheibe zwischen Wildnis und Kultur. Hier können wir uns in einem geschützten Raum mit der wilden Natur auseinandersetzen und unseren Weg zwischen „Ausgeliefertsein“ und „Beherrschen“ der Natur finden. Überspitzt gesagt ist der Garten ein Produkt der Angst vor der Wildnis. Da hat einer unserer fernen Vorfahren irgendwann einmal einen Zaun gezogen, um die wilden Tiere auszusperren. Dennoch drängt es uns (wie bei „Peter und der Wolf“), ab und an das Gartentor zu öffnen und in die Wildnis einzutauchen. Denn natürlich sind auch wir noch immer noch das „Naturwesen Mensch“, das in der Wildnis seine Wurzeln hat. Nirgendwo anders kommt der Kulturmensch seinem Wesen näher als in der Wildnis! Der Angst vor der Wildnis steht also die Sehnsucht nach der Wildnis gegenüber. Aber wo können wir Wildnis erleben, um unsere Sehnsucht zu stillen und unsere Angst zu überwinden? Wildnis ist nur da, wo der Mensch über lange Zeiträume gar nicht eingreift, sog. „unberührte Natur“ gibt es in Deutschland fast gar nicht mehr. Unsere „Ersatz-Wildnis“ ist ein etwas struppiger Garten, eine Brachfläche oder ein naturnah bewirtschafteter Wald.

Wir sollten so oft wie möglich die Gelegenheit nutzen – und Kindern sollten viele solche Gelegenheiten geboten werden – einzutauchen in möglichst „wilde Natur“. Es tut unserer Seele gut!

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