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Gärtnern in der Innenstadt von Mainz - Urban-Gardening-Projekt „Mainz bekennt Farbe“

Mainz bekennt Farbe – Urban-Gardening-Projekt am 8. Mai

Mainz bekennt Farbe

10 Uhr Start
Für jeden Besucher und Mitgestalter gibt es ein schönes Gastgeschenk, denn Mainz wird bunt und Sie können mitgestalten
Wählen Sie in unserem Gartenmarkt Ihre bunte Pflanze für ein farbiges und bienenfreundliches Mainz
Unser Programm ab 10 Uhr
Großer Pflanzenmarkt für ein kunterbuntes Mainz
Saatgut Theke
Kartoffelprojekt
Kräuter für jeden Zweck
Garten2go
Imker
EDA eine Bienenweide wird gepflanzt
Gemüse in der Kiste, Ihr Garten in der Stadt
Haarige Ideen
Künstler gestalten mit
Gemeinsamens pflanzen des Färbergarten und des Kräutergarten
Workshop zum Thema Färberpflanzen, wir färben Bänder und malen Bilder mit Naturfarben
Vorträge zum Thema Färbergarten
Beratung Schulgarten
Gartensprechstunden mit dem Pflanzendoktor (gerne können Sie Proben mitbringen)
Kinderprogramm
Flohmarkt rund um den Garten
Gemeinsames Essen Syrischerpezialitäten zum gegenseitigen  kennenlernen in der Mittagspause
Getränke für alle Hefer frei
Mineralwasser gegen den Durst
Musik Tanz Kultur
Wir freuen uns auf Sie kommen Sie vorbei verändern Sie ein wenig die Welt und feiern Sie mit bis ca 16 Uhr

(Programm vorläufig!)

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Eine Miniatur-Welt zum Leben und Lernen

Frühling im Schulgarten

Jetzt ist es richtig Frühling, und im April geht es mit dem Wetter ebenso auf und ab wie mit den eigenen Stimmungen: Bleierne Frühjahrsmüdigkeit wechselt sich ab mit dem Gefühl, Bäume ausreißen zu können. Es kribbelt im Grünen Daumen, man will unbedingt loslegen im Garten. Und das darf man nun auch getrost tun: Die meisten Samen können jetzt im Freiland ausgesät, die meisten Jungpflanzen eingepflanzt, Kartoffeln gesetzt werden, nur empfindliche Pflanzen wie Tomaten müssen noch in den Töpfen bleiben, können aber schon draußen stehen und müssen nur noch dann hereingeholt werden, wenn es nachts zu frieren droht.

Die Natur schenkt uns jetzt jeden Tag neue Wunder: Aufspringende Blüten, singende Vögel und täglich ein neuer Schmetterling oder eine neue Wildbiene. Die Welt da draußen ist zurzeit ungemein inspirierend. Da kann man selbst Kinder, die sonst schwer zu motivieren sind, dazu bringen, eine Blüte, die sie im Schulgarten selbst entdeckt haben, zu malen … in einem Buch von einem Insekt, das sie in der Becherlupe gefangen und beobachtet haben, den Namen zu suchen, Wissenswertes nachzulesen und den anderen Kindern seine Forschungsergebnisse zu präsentieren … aufzuschreiben, wie man eine Jungpflanze in ein Beet pflanzt, nachdem es dies selbst getan hat … auszurechnen, wie viele Kartoffeln man braucht, wenn die Reihe im Beet drei Meter lang ist und alle 40 cm eine Kartoffel gesetzt wird. Der Schulgarten ist nicht nur ein Lernort für den Sachkunde- oder Biologieunterricht! Er ist Freiland-Klassenraum, -Labor, -Atelier und –Sportstätte in Einem … eben eine Miniatur-Welt zum Leben und Lernen!

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karriereführer frauen in führungspositionen

Interview mit Gartenbauingenieurin Heike Boomgaarden

Die Gartenbauingenieurin

Heike Boomgaarden zählt zu den ausgewählten Social Entrepreneurs in Deutschland, ist eine der Ashoka-Fellows 2014 und Preisträgerin im Wettbewerb „Mut zur Nachhaltigkeit“. Ihre Lieblingspflanze ist der Apfelbaum und sie hat die Stadt Andernach „essbar“ gemacht. Das Projekt der „Essbaren Stadt“ hat im Jahr 2014 sowohl die Lenné-Medaille wie auch den Zeit Wissen-Preis erhalten. Das Interview führte Meike Nachtwey.

Sie sind Gartenbauingenieurin – war das schon immer Ihr Berufswunsch?
Ich wollte schon immer etwas mit Obstbau machen und habe zunächst eine Ausbildung zur Obstbauerin gemacht, anschließend habe ich das Diplom-Studium Gartenbau absolviert. Gleichzeitig mit dem Aufbau meines Ingenieurbüros startete ich meine Familienplanung. Beides zusammen war sehr anstrengend und fordernd. Aber es hat alles gut geklappt, und ich kann nur jeder jungen Frau raten, nicht auf Familie oder Job zu verzichten, wenn sie beides will.
Sie haben das Konzept der „Essbaren Stadt“ entwickelt. Was verbirgt sich hinter dieser Idee?
Es handelt sich um ein ganzheitliches Konzept, mein Arbeitstitel dazu war „ökohumanes Leben“. Ziel ist es, Natur und Stadt wieder zusammenzubringen, um die Defizite, die wir heute im urbanen Leben haben, auszugleichen: Entfremdung von der Natur, Depressionen, kompletter Wegfall der Biodiversität, Verwahrlosung der Grünflächen, fehlendes Geld zur Pflege der Standardgrünflächen, Erhitzung der Städte, Feinstaubprobleme. All diese Themen haben wir in Augenschein genommen und daraus die „Essbare Stadt“ gemacht. Andernach ist die erste Stadt, die dieses Konzept mit uns umsetzt.

Wie funktioniert die „Essbare Stadt“ Andernach?
Wir machen zunächst die Pflanzpläne und stellen Pflanzen zusammen, die pflegeleicht sind, für die Stadt wenig Kosten verursachen und die standortgerecht sind – dabei ist gartenbauliche Kompetenz gefragt. Nach der Abstimmung mit der Stadt und der Kommune werden in ganz Andernach insgesamt etwa 8000 Quadratmeter mit Gemüsepflanzen und dazu das Drei- oder Vierfache an Obstflächen bepflanzt. Im größten Lehrgarten Deutschlands, einer 14 Hektar großen Permakulturanlage in Kassel, werden Assistenten, zum Beispiel Langzeitarbeitslose, ausgebildet, die in Andernach zum Teil die Pflegemaßnahmen für das Gemüse und das Obst übernehmen. So erhalten Menschen neue Perspektiven und haben eine sehr hohe Wiedereingliederungsrate. Aber auch die städtischen Gärtner und Bürger der Stadt übernehmen die Pflege. Es gibt zum Beispiel Kindergärten, die sich um das Gießen aller Blumen kümmern.

Wie kamen Sie auf die Idee der „Essbaren Stadt“?
Wir haben nicht nur viele Probleme in den Städten und mit der Urbanisierung, auch die Menschen entfernen sich immer weiter voneinander. Ich sage immer: Wenn wir zusammen im Garten stehen, sind wir alle gleich. Egal welche Nationalität, welches Alter: Jeder kann helfen und mitmachen. So helfen wir uns Menschen und der Natur. Das war der Grundgedanke.

Im öffentlichen Raum besteht immer auch die Gefahr des Vandalismus. Wie gehen Sie damit um?
Vandalismus ist ein großes Problem in den Städten. Aber wenn man gemeinsam eine lebenswerte Umgebung gestaltet, dann passen alle gemeinsam auch darauf auf. Das hat mit sozialer Kontrolle zu tun. Die Flächen sind mitten in der Stadt, dort ist immer jemand, der ein Auge darauf wirft. Außerdem haben wir Jugendliche mit ins Boot geholt, indem wir sie zu „Wächtern der Gärten“ ernannt und ihnen klargemacht haben, dass es ihre Stadt ist, ihre Umgebung, ihre Pflanzen und sie diejenigen sind, die hier etwas verändern können. Wenn durch solche Maßnahmen eine ethnobotanische Bindung, wie ich es nenne, geschaffen wird, wird auch nichts zerstört.

 

Mehr unter ext. Link: karriereführer frauen in führungspositionen

HeikeBoomgaarden_kierierefuehrer2016Heike Boomgaarden

 

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Mensch und Natur im Garten

Freiheit und Verantwortung

Ein Garten ist immer ein dynamisches Zusammenspiel von Mensch und Natur, er lehrt uns Natur gestalten: Der erste Schritt dazu ist das Naturerleben, das Wahrnehmen von Natur mit allen Sinnen: Wir lernen, die Natur empathisch und intellektuell zu verstehen. Der zweite Schritt ist dann der tätige Eingriff in das Ökosystem: Sobald wir mit einem Gartengerät Hand an den Boden oder die Pflanzen legen, greifen wir ein, werden wir Teil des Systems. Die Natur reagiert auf unser Tun, und wir lernen sehr schnell, dass wir niemals gegen die Natur, immer nur mit ihr erfolgreich wirtschaften können.

Diese beiden Schritte tun wir im Garten nicht nacheinander, sondern miteinander. Beim Graben im Beet tauchen Regenwürmer, Wolfsspinnen und Hundertfüßler auf oder man stößt auf ein Ameisennest und beobachtet, wie die Ameisen in Windeseile ihre Puppen in Sicherheit bringen. Im Kompost hat sich ein Hummelstaat angesiedelt. Schnecken fressen den Salat, Stare die Kirschen, Marienkäferlarven die Blattläuse.

Im Garten herrscht immer eine Interaktion zwischen Natur und Mensch. Mit jedem Handgriff schaffen oder zerstören wir Lebensräume. Wir haben unmittelbar und konkret die Freiheit und die Verantwortung, über Leben und Tod zu entscheiden. Gartenarbeit hat eine immense ethische Dimension! Im Garten können wir lernen, mit unserer Freiheit und unserer Verantwortung sinnvoll und sicher umzugehen, und sie als großes menschliches Privileg schätzen lernen.

 

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Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen Heike Boomgaarden und die Wesentlich GmbH

Happy new year 2015

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