Vertikales Pflanzsystem

Wo die Pflanzen in den Himmel wachsen

IF

Wir Menschen, so phantasievoll wir auch sein mögen, haben meistens feste Bilder im Kopf. Pflanzen wurzeln im Boden und wachsen nach oben. Da ist es gut, wenn die Dinge manchmal auf den Kopf gestellt werden: Genau das haben der Friedhofsgärtner Lüder Nobmann und der Steinmetzmeister Jürgen Reitz im mittelhessischen Wetzlar getan. Sie lassen Pflanzen senkrecht wachsen.

Patentiertes Pflanzsystem Vertiflor®
Vertiflor® heisst das System, das die beiden entwickelt und patentiert haben. Entstanden ist alles aus der Idee, ein „neue Art von Grabsteinen“ für ihren Memoriam-Garten zu schaffen. Und eigentlich ist alles ganz einfach, die Tüftler haben Grabsteine und Holzstelen in zwei Teile geteilt und so in der Mitte einen Zwischenraum geschaffen. Dort haben sie ein Kunststoffgeflecht mit Waben, wie es im Rasenbau verwendet wird, eingesetzt. In jede Wabe kommt eine Pflanze mit ihrem Wurzelballen und etwas Füllmaterial, das auch als Wasserspeicher dient. Das Rasengitter wird mit einem sehr weichen Vlies hinterlegt, in das die Pflanzen leicht einwurzeln und so ihren Halt finden.
Gegossen wird einfach von oben, das Wasser rieselt durch das poröse Material und wird von dort an die Pflanze abgegeben.

Im Gießen liegt die Kunst
„Wir haben auch eine Variante mit Pflanzungen nach beiden Seiten entwickelt“ erklärt Jürgen Reitz. „Den Hohlraum dazwischen füllen wir mit feinem porösem Gestein. Das erleichtert das Gießen und wirkt zusätzlich als langanhaltender Wasserspeicher. Und wir arbeiten noch an einem System mit einem Wasserbehälter, der die Feuchtigkeit langsam an die Pflanzung abgibt,“ sagt er mit einem Schmunzeln.

Katzenpfötchen & Co. eignen sich bestens
Für die Bepflanzung eignen sich vor allem kompakte, kleine Blumen und Kräuter, etwa Sedum-Arten, Thymiane, Katzenpfötchen oder krustige Saxifraga. Was so einfach aussieht, hat eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich. „Die ersten Konzepte für eine vertikale Fassadenbegrünung stammen von dem Franzosen Patric Blanc. Seine Ideen haben wir aufgegriffen und für kleine Pflanzungen, die auch für Privatpersonen geeignet sind, umgesetzt“, erläutert Lüder Nobmann die Arbeit der letzten Jahre. Zusammen mit seinem Kollegen Jürgen Reitz hat er dann so lange an den Details gefeilt, bis das System patentreif war.

Erste Kunstwerke jetzt verfügbar
„Zur Zeit arbeiten wir an vertikal bepflanzten Skulpturen aus Holz oder Stein für den Privatgarten. Und dann haben wir noch ganz verrückte Ideen, aber die sind noch nicht spruchreif“, sagen beide und lassen keinen Zweifel daran, dass wir noch Großes erwarten dürfen. Schon jetzt können Interessierte die ersten Kunstwerke, etwa das „lebende Pflanzenbild“ exklusiv in unserem Webshop bewundern und natürlich auch kaufen.