Essbare Stadt Andernach

Eine andere Welt ist pflanzbar
Und der Samen ist gelegt

In Andernach am Rhein, einer Stadt mit rund 30.000 Einwohnern, ist die Vision einer anderen Welt schon heute Wirklichkeit geworden. Statt „Betreten verboten“ heißt es hier „Pflücken erlaubt“. Obst und Gemüsebeete ziehen sich rund um die Schlossruine im Zentrum, am Stadtrand ist eine rund 13 Hektar große Permakultur entstanden. „Die essbare Stadt Andernach“ ist das bislang größte Urban Gardening Projekt in Deutschland.

Im Jahr 2010 haben der Geoökologe Lutz Kosack und die Gartenbauingenieurin Heike Boomgaarden das Konzept entwickelt und mithilfe einer offenen, innovativen Stadtverwaltung umgesetzt. Die Ziele des Projektes waren klar definiert:

  • Reduzierte Pflegekosten durch Umstellung von sogenannten Wechselflorbeeten (also Tulpen oder Stiefmütterchen) auf heimische Staudenpflanzen. Statt bisher 60 € je qm fallen so nur etwa 12 € je qm an.
  • Neue Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose der gemeinnützigen Perspektive GmbH.
  • Bürgerbegeisterung durch das Angebot, abends auf dem Heimweg mal eben die Tomaten oder Gurken oder Äpfel fürs Abendbrot zu pflücken. Einfach so und kostenlos.
  • Stadtmarketing unterstützen und möglichst eine Alleinstellung für Andernach erreichen, die zusätzliche Touristen anzieht.
  • Ökobilanz der Stadt verbessern durch nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung regionaler Kreisläufe.

Positive Zwischenbilanz
Heute, mit drei Jahren an reicher Erfahrung, fällt die Bilanz überwiegend positiv aus. Die Einsparungen beim Grünflächenbudget konnten erzielt werden, besonders stark bei der Umstellung auf Staudenbeete, die nur einmal im Jahr gemäht werden müssen. Dort, wo Obst-und Gemüsebeete entstanden sind, fällt die Einsparung geringer aus oder bleibt kostenneutral. Die Perspektive gGmbH ist sehr zufrieden mit den neuen Beschäftigungsmöglichkeiten, vor allem ist das Ansehen dieser Arbeiten in der Stadt Andernach heute recht hoch. Die Bürger freuen sich, wenn „ihre“ Gemüsebeete professionell gepflegt werden und sie selbst nur ab und zu Hand anlegen müssen. Unerwartet waren zusätzliche Erweiterungen, etwa die Gründung des „FairRegio-Ladens“ mitten in der Fußgängerzone, in dem neben fair gehandeltem Kaffee, Tee und Südfrüchten die Erzeugnisse der eigenen Permakultur verkauft werden.

Aktuelle Information  zur Essbaren Stadt Andernach

Lutz Kosack erläutert das Konzept der Essbaren Stadt Andernach